Der Bioparc Fuengirola gibt mit tiefer Trauer den Tod von Rawa, dem weiblichen Malaiischen Tapir (Tapirus indicus), einer bedrohten Tierart und einem der bekanntesten Tiere des Parks, bekannt. Ihr Verlust ist ein besonders emotionaler Moment für das Team, das sie jahrelang betreut und sich in den letzten Monaten nach der Diagnose einer chronischen Nierenerkrankung mit ganzer Kraft um ihr Wohlbefinden gekümmert hat.
Vor einigen Monaten stellte das Team bei Rawa einen fortschreitenden Gewichtsverlust fest. Daraufhin wurde ein umfassendes tierärztliches Behandlungsprotokoll aktiviert, das verschiedene diagnostische und analytische Tests umfasste. Die Ergebnisse bestätigten Nierenversagen, eine komplexe und schwer zu behandelnde Pathologie bei dieser Spezies, die in den meisten Fällen einen irreversiblen Ausgang hat. „Die Vorsorgeuntersuchungen, die Rawa über all die Jahre hinweg durchgeführt hat, haben stets einen ausgezeichneten Gesundheitszustand gezeigt. Solche Erkrankungen können plötzlich auftreten und sich trotz regelmäßiger Nachuntersuchungen manchmal rasant verschlimmern“, betont das Ärzteteam.
Von Anfang an war die Priorität klar: Rawas Wohlbefinden so lange wie möglich zu gewährleisten, solange es die Krankheit zuließ. Um dies zu erreichen, wurden die klinische Überwachung und die koordinierte Arbeit zwischen Tierärzten und Pflegekräften intensiviert, die tägliche Pflege verstärkt, die Ernährung angepasst und die Behandlungen so modifiziert, dass der Zustand der Tiere so lange wie möglich stabil blieb.
Einer der wichtigsten Aspekte dieser Überwachung war die Die kontinuierliche Überwachung der Proben ist der fortgeschrittenen veterinärmedizinischen Ausbildung zu verdanken, die über Jahre hinweg mit Malaiischen Tapiren entwickelt wurde. Dank dieser Vorarbeiten konnten Tests wie Ultraschalluntersuchungen, Röntgenaufnahmen, analytische Kontrollen oder Blutdruckmessungen ohne Narkose oder Stresssituationen durchgeführt werden, was insbesondere bei großen und empfindlichen Tieren von großer Bedeutung ist.
Gleichzeitig wurden die im Bioparc üblichen Umwelt- und Qualitätskontrollen verstärkt, um jeglichen externen Faktor auszuschließen, der die Entwicklung der Krankheit beeinflussen könnte.
Laut Tierärzten ist ein hoher Prozentsatz der Todesfälle bei Malaiischen Tapiren auf Nierenerkrankungen zurückzuführen, was auf eine mögliche genetische Veranlagung in dieser Tierart hindeutet. Diese Informationen sind entscheidend, um das medizinische Wissen und die Pflegeprotokolle für dieses noch immer wenig erforschte Tier weiter zu verbessern.
Der gesamte Prozess wurde mit dem Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien (EAZA) koordiniert und trägt zur Erweiterung der Wissensbasis über den Malaiischen Tapir bei. Die im Bioparc Fuengirola gesammelten Erfahrungen im Umgang mit und der Vermehrung dieser Art haben ihn zu einem der Referenzzentren in Europa gemacht. Das Ergebnis dieser Arbeit war die Geburt von Tari im vergangenen Jahr, dem Nachwuchs von Rawa und Mekong – ein Meilenstein, der große Hoffnung für den Erhalt dieser Art darstellte.
Rawas Tod stellt einen bedeutenden Verlust für die Artenschutzbemühungen dar. Die in den vergangenen Monaten durchgeführten Beobachtungen werden jedoch wertvolle Informationen liefern, die zukünftig zur Verbesserung der Pflege und des Schutzes des Malaiischen Tapirs beitragen werden.
„Von dem Zeitpunkt der Diagnose an war es unsere oberste Priorität, Rawa die bestmögliche Lebensqualität zu gewährleisten. Die von uns durchgeführten Untersuchungen werden es uns zudem ermöglichen, die Pflegeprotokolle für diese noch immer wenig erforschte Art weiterzuentwickeln. Wir stärken damit den Schutz und die Erhaltung des Malaiischen Tapirs.“
Der Malaiische Tapir gilt als gefährdete Art, vor allem aufgrund des rapiden Verlusts seines Lebensraums in Südostasien. Entwaldung und die Zersplitterung seines Ökosystems reduzieren seine wilden Populationen drastisch, weshalb die Zusammenarbeit verschiedener Institutionen für seinen Schutz wichtiger denn je ist.
Der Bioparc Fuengirola möchte die Hingabe und Sensibilität der Tierärzte- und Pflegeteams hervorheben, deren tägliches Engagement es ihnen ermöglicht, jedem Tier nicht nur maximales Wohlbefinden zu bieten, sondern auch Wissen zu generieren, das zum Schutz der am stärksten bedrohten Arten auf unserem Planeten beiträgt.
Rawa hinterlässt ein Vermächtnis, das über ihre individuelle Geschichte hinausgeht: das Vermächtnis, zur Verbesserung der Pflege ihrer Art beigetragen und das Engagement für deren Erhaltung gestärkt zu haben.