In einer Ecke der Costa del Sol, wo Besucher in biologisch nachgebildete Regenwälder eintauchen, wird still und stetig daran gearbeitet. Der Bioparc Fuengirola, der für sein Engagement im Bereich des Schutzes gefährdeter Arten bekannt ist, hat sich zu einem europäischen Vorbild in der Haltung, dem Wohlergehen und der Fortpflanzung von Tieren entwickelt. Komodo Drache (Varanus komodoensis), das größte Reptil der Erde.
Kürzlich veröffentlichte die Iberische Vereinigung der Wildtierpfleger (AICAS) ein Interview und einen Fachartikel, in dem Milagros RobledoDie Leiterin der Herpetologie im Bioparc Fuengirola beschreibt detailliert die tägliche Pflege, Beobachtung und artgerechte Haltung dieser Tierart. Ihre Worte spiegeln eine Philosophie wider, die wissenschaftliches Wissen, Feingefühl und Hingabe vereint: ein Vorbild für artgerechte Tierhaltung, das andere europäische Zoos inspiriert.
In diesem Text schildert Robledo die Komplexität der Pflege eines Reptils, das über drei Meter lang und siebzig Kilo schwer werden kann, aber auch Reize, medizinische Trainingsprogramme und Räumlichkeiten benötigt, die sein natürliches Verhalten respektieren. „Tierschutz bedeutet nicht nur, die Grundbedürfnisse der Tiere zu befriedigen, sondern ihnen auch Möglichkeiten zu bieten, ihr natürliches Verhalten auszuleben.“ erklärt.
Naturschutz als Mission und menschliche Bindung
Unter seiner Führung hat das Herpetologie-Team Meilensteine erreicht, die vor wenigen Jahren noch undenkbar waren, wie zum Beispiel die kooperative medizinische Ausbildung bei Reptilien, die Durchführung von Ultraschalluntersuchungen ohne Sedierung und die Anpassung von Einrichtungen, um die genauen Bedingungen ihrer natürlichen Lebensräume nachzubilden.
Milagros Robledo spricht von der Verbindung, die zu jedem Einzelnen entsteht, und von der Kraft der Bildung, Wahrnehmungen zu verändern. „Bei der Pflege eines Reptils geht es darum, seinen Rhythmus zu verstehen und ihm nicht den eigenen aufzuzwingen.“ Er bekräftigt dies und merkt an, dass die Veränderung der öffentlichen Meinung über sie genauso wichtig sei wie ihre wissenschaftliche Reproduktion.
Im Bioparc geht der Naturschutz weit über das hinaus, was Besucher sehen. Jedes Projekt ist Teil einer globalen Anstrengung, das Überleben bedrohter Arten zu sichern und die öffentliche Wahrnehmung dieser Arten zu verändern.„Reptilien erwecken normalerweise keine Sympathie, doch ihre ökologische Rolle ist von entscheidender Bedeutung. Menschen über sie aufzuklären, ist eine der wirksamsten Methoden, sie zu schützen.“ Robledo beharrt darauf.
Der Bioparc Fuengirola beteiligt sich aktiv an der Europäische Programme zum Schutz gefährdeter Arten (EEP)durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Einrichtungen und Zoos auf dem gesamten Kontinent. Dank dieser gemeinsamen Arbeit erhält der Park gesunde und genetisch wertvolle Populationen so einzigartiger Arten wie des Smaragdwarans (Varanus prasinus), der grüne Waran oder der Protagonist dieser Notiz: der imposante Komodowaran (Varanus komodoensis).
Eine Geburt, die einen Wendepunkt markierte
2023 markierte einen Wendepunkt: BIm ioparc Fuengirola wurden fünf Komodowarane geboren. —Juanito, Fénix, Embum, Drakaris und Saya—, die erste erfolgreiche Geburt seit zehn Jahren in Spanien und einer der wenigen Fälle in Europa. Der Erfolg war das Ergebnis jahrelanger Beobachtung und Planung, einschließlich der klinischen Überwachung des Weibchens, kontrollierter Inkubation und sorgfältiger Gestaltung der Umgebung.
Heute entwickeln sich vier dieser Jungtiere unter der Aufsicht des Expertenteams normal. Juanito, das kleinste, starb kurz nach der Geburt aufgrund von Entwicklungsstörungen – ein schmerzlicher Hinweis auf die Komplexität und die sensible Natur dieses Prozesses. Jedes einzelne Tier, das erfolgreich heranwächst, ist ein Fortschritt für den Erhalt der Art, von der nur noch etwa 1.500 Exemplare in freier Wildbahn leben.
Jede Geburt ist ein Sieg für die Art, aber auch eine Mahnung an ihre Zerbrechlichkeit. Die Arbeit des Bioparc Fuengirola mit den Komodowaranen geht weit über die reine Zurschaustellung hinaus: Sie ist ein kontinuierliches Bemühen um Beobachtung, Dokumentation und Anpassung. Die Tierpfleger wenden positive Verstärkungsmethoden an, durch die die Tiere bei medizinischen Untersuchungen, Kontrolluntersuchungen und Gehegewechseln freiwillig mitwirken. Diese Methode reduziert Stress und verbessert die Lebensqualität der Tiere, wodurch die Bindung zwischen ihnen und ihren Pflegern gestärkt wird.
Der Park beteiligt sich aktiv an der Europäisches Artenschutzprogramm (EEP) Das Komodowaran-Projekt ist eine gemeinsame Initiative akkreditierter Zoos mit dem Ziel, genetisch gesunde Populationen zu gewährleisten und die wissenschaftliche Forschung zu fördern. In diesem Zusammenhang hat sich der Bioparc Fuengirola als Vorbild für Tierschutz und Fortpflanzung etabliert und beweist, dass Wissenschaft und Empathie Hand in Hand gehen können.